Christlich-jüdische Begegnung

der Treue hält ewiglich

(Ps 146,6)

Die Evangelische Kirche im Rheinland„bezeugt die Treue Gottes, der an der Erwählung seines Volkes Israel festhält. Mit Israel hofft sie auf einen neuen Himmel und eine neue Erde.“ (Kirchenordnungder Evangelischen Kirche im Rheinland, Artikel 1)

Ich erzähl Dir nicht nur meine Geschichte

Ich öffne mich…
Meine Tür ist offen für Dich
Komm rein…
Nimm teil an unserer Begegnung
Werde Teil unserer Geschichte,
die auch Deine ist
Für eine gemeinsame Zukunft
Höre mich
Öffne Dich
Bau mit…
Gestalte mit mir die Vielfalt in dieser Stadt,
die unsere gemeinsame Heimat ist…

Hıdır Eren Çelik , Bonn Juni 2019

Im Gespräch mit der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Bonn Frau Dr. Traub und Pfarrer Thomas vom Vorstand der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Bonn lernen Firmlinge aus Königswinter jüdische Geschichte kennen und erfahren, wie Gottes Treue zum Volk Israel nie aufhört. Das Bekenntnis “zu Jesus Christus, dem Juden, der als Messias Israels der Retter der Welt ist” (Evangelische Kirche im Rheinland, Synodalbeschluss von 1980) erweitert die Verheißung Gottes als Angebot für alle Menschen und fordert zum jüdisch-christlichen Dialog auf.

Durch kritischen Dialog können unterschiedliche Standpunkte, Einstellungen und Handlungsweisen er- und geklärt werden, nicht im Sinne der Vereinheitlichung, sondern im Sinne tolerierenden Verständnisses.

Vorsitzende der jüdischen Synagogengemeinde und evangelischer Pfarrer im Gespräch

Christen sind durch den Juden Jesus von Nazareth mit dem Volk Israel bleibend verbunden. Das Verhältnis zu Israel gehört für Christen zur eigenen Glaubensgeschichte und Identität. (Beschlüsse Kundgebung “… der Treue hält ewiglich.” (Psalm 146,6) – Eine Erklärung zu Christen und Juden als Zeugen der Treue Gottes, 09. November 2016 von der 3. Tagung der 12. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Magdeburg 3. bis 9. November 2016)

Die Stärkung der Beziehungen zwischen den Dialogpartnern ist vorrangiges Ziel. Der interreligiöse Dialog fördert durch
Gespräche und gemeinsame Aktionen das friedliche Miteinander der Menschen unterschiedlichen religiösen Glaubens oder auch profaner Weltanschauungen.

Gemeinsam feiern, singen, fröhlich sein fördert das Vertrautwerden und die Entwicklung von Gemeinschaft. Ich erkenne Gemeinsamkeiten, finde den/die Anderen sympathisch, entdecke gemeinsame Interessen, lerne Neues, was mich reicher macht.

Wir brauchen Begegnungsräume. Je mehr offene Begegnung geschieht, desto besser lernen wir einander kennen, können Vorurteile abbauen und gemeinsame Überzeugungen gewinnen.

Mit gewachsener Vertrautheit können auch Konfliktpunkte angesprochen werden. Dann können gemeinsame Lösungen gesucht werden. Es muss jedoch möglich sein, trotz Differenzen die Begegnung und den Dialog fortzuführen.

Zweifel wie Ärger aushalten ist Voraussetzung, Konflikte zu lösen und Gemeinsames zu finden. Diese Entdeckungen machen die Begegnung zum Gewinn.

Das Gespräch

Der Einheimische begegnet einem Wanderer,
der auf der Durchreise ist.
Der Einheimische fragt den Wanderer,
woher kommst Du?
Der Wanderer sagt,
ich erzähle Dir eine Geschichte.
Du sollst erraten, woher ich komme…
Der Wanderer erzählt die Geschichte der Menschheit….
Der Einheimische,
ich wollte keine Geschichte hören… sag, aus welchem Land Du kommst…
Der Wanderer sagt,
ich komme aus der Heimat, in der auch Du geboren bist…
Der Einheimische,
das kann doch nicht sein, dass Du aus meiner Heimat bist…
Du siehst anders aus…
Der Wanderer, es stimmt, dass ich anders aussehe…
Der Einheimische,
Du sprichst auch nicht meine Sprache…
Der Wanderer,
hast Du bei der Geschichte nicht zugehört…
Du hättest sagen können, dass wir eine gemeinsame Heimat haben…
Der Einheimische,
was soll uns gemeinsam sein… nichts ist uns gemeinsam…
Der Wanderer,
du hast immer noch nicht verstanden, dass die Erde uns allen eine Heimat ist…
Unsere Geschichte, ist die Geschichte der Menschheit…
Unsere Sprache ist Sprache der Gerechtigkeit…

Hıdır Eren Çelik , Bonn Juni 2019

Gott hat das erste Wort. Er schuf aus dem Nichts die Welten ….

Gott hat das letzte Wort. Er wird es neu uns sagen (Markus Jenny)