Die GEBETe der Religionen werden vorbereitet von Mitgliedern verschiedener Religionsgemeinschaften in Bonn

Anläßlich der Gefährdung durch Coronaviren

Die Einschränkungen durch die Gefährung mittels Coronaviren sind bedrückend, weil es so unklar ist, wie es weitergeht. Jeden Tag ändert sich die Lage. Dieses Einschränken des öffentlichen Lebens entschleunigt aber auch und gibt Zeit für Wesentliches wie Nachdenken, sich Besinnen, Beten.

Weil persönliche Treffen augenblicklich zu vermeiden sind, ist in solchen Zeiten neben gegenseitiger karitativer Hilfe auch spirituelle Unterstützung für die Seele wichtig. Zeiten wie diese sind angesichts der Unverfügbarkeit des Geschehenden Zeiten zum Beten. Deshalb bieten Teilnehmende aus dem Vorbereitungskreis der Gebete der Religionen Bonn als spirituellen Impus Gebetsbitten zum Mitbeten und Anregen für eigene Gebtsbitten über das Internet an.

Pastor Dirk Voos, evangelisch:
Jesus Christus, Heiland der Welt, die Coronaviren treffen alle Menschen. Wir bemerken, wie verletzlich wir sind. Die Viren können überall sein, sie sind unsichtbar. Sie entziehen sich unserer Kontrolle. Wir können wenig dagegen tun, uns nur fernhalten von Risiken durch Begegnungen und ordentlich die Hände waschen. Das wirtschaftliche, gesellschaftliche und private Leben wird dadurch sehr eingeschränkt. Der Glaube an die technische Machbarkeit, alle Probleme im Griff haben zu können, gilt nicht mehr. Es gibt Unverfügbares, das Menschen nicht voraussehen und bestimmen können. Deshalb wenden wir uns an Gott und stärken unsere Seele, wenn wir mit Psalm 62 beten:

„Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung. Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz, dass ich nicht wanken werde. Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre, der Fels meiner Stärke, meine Zuversicht ist bei Gott. Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht.“ (Ps 62,6-9)

Amen.

Helia Daubach, Bahá’í:
Ratschlag von ́Abdu ́l Bahá, den er anlässlich einer ganz anderen Krise an die Menschen richtete:
„An einem Tag wie diesem, an dem die Stürme der Prüfungen und Drangsale die Welt umspannen und Furcht und Zittern den Planeten aufgewühlt haben, müsst ihr euch mit erleuchtetem Angesicht und strahlender Stirn solcherart über den Horizont der Festigkeit und Standhaftigkeit erheben, dass, so Gott will, das Dunkel der Angst und Bestürzung völlig gebannt werden und das Licht der Zuversicht über dem sichtbaren Horizont aufgehen und in vollem Glanz erstrahlen möge.“

Ayfer Dagdemir, Muslimin:
Lā ḥawla wa-lā quwwata ʾillā bi-llāhi l-ʿalīyi l-aẓīm – Ya Allah! Es gibt keinen Zustand und keine Macht außer durch Dich, dem Allmächtigen. Es wird von Muhammad und auch von Jesus – Friede ihrer Seele – überliefert, dass es keine Ansteckung (von Krankheiten) gibt! Gib uns den Glauben, stark zu sein und stark zu bleiben, wenn uns Angst vor Krankheiten übermannt. Du bist die Unversehrtheit und von Dir kommt die Unversehrtheit!

Amîn

Dr. Aziz Fooladvand, Muslim:
اءِِّفالَشيعجىوَل ْعِلْزَنأَََوِهآَلوَّدمُحىمَل ِِّعَلصاءالَدبْهذُ`مواءِِّفالَشِلْزنُامي ٍََََََََََِِِِِّ

„O Du der die Heilung-Herabsendende , Oh Du, der aus Deiner Milde und Barmherzigkeit heraus die Schmerzen und Leiden von uns entfernst, segne den Propheten Mohammad und seine Familie, heile meine Schmerzen sowie schenke mir Genesung.“ (Dua/Bittgebet von Imam Reza)

„Du der Liebste, du der Arzt, Du der Schmerzen Arzenei! Hoher, sich in meinem Leibe Leiden vielerlei, Herr, o gib Heilung, Meister, dem Kranken! Du der Liebste, Du der Arzt,

Du zerbroch’ner Herzen Heil, Du nur gibst, und Du nur nimmst, Du, Herr, führst zum besten Teil.“) von Schab Abdul Latif

أَعيذ نفسي برب الأرض ورب السماء، أَعيد نفسي بالذي لا يضر مع اسمه داء، وشفاء أَعيد نفسي بالذي اسمه بركة

(U`idhoo nafsee birabbil-ardhi wa rabbis-samaa‘ U`idhoo nafsee billadhee laa yadhurru ma`a-smihi daa‘ U`idhoo nafsee billadhee-smuhu barakatun washifaa‘) „Ich suche Schutz (Zuflucht) für meine Seele beim Herrn der Erde und dem Herrn des Himmels. Ich suche Schutz für meine Seele beim dem Einen, in dessen Name keine Krankheit kränken kann. Ich suche Schutz für meine Seele bei dem Einen, wessen Name gesegnet ist und heilt.“ (Dua/Bittgebet von Imam Musa Kazem)

شتى،ْ َح ْو ِسآنَُّمِّهللَعتى،َْو ْرِنآَموَدتْى َحىَعلى ِّوِنعَاَوََ

O Gott, besänftige meine Angst und schütze mich vor meiner Panik und Beklemmung

und hilft mir in meinem Alleinsein.

Michael Mann, Katholische Kirche:
Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Lakota-Gebet auf einer Postkarte, die Michael A. Schmiedel 1982 in einem Truck Stop in Kalifornien oder Arizona kaufte:
An Indian Prayer: O‘ great Spirit

Let me walk in beauty, and make my eyes ever behold the red and purple sunset. Make my hands respect the things you have made and my ears sharp to hear your voice. Make me wise so that I may understand the things you have taught my people. Let me learn the lessons you have hidden in every leaf and rock. I seek strength, not to be greater than my brother, but to fight my greatest enemy, Myself. Make me always ready to come to you with clean hands and straight eyes.